Über mich

Am Tag meiner Geburt flüsterte mir eine meiner zahlreichen Schwestern eine Geschichte in die Wiege. Ich war davon so angetan, dass ich mir extra grosse Ohren wachsen liess. Elefanten sind seither natürlich meine Lieblingstiere.

In meinem Schulbericht der dritten Klasse stand, ich sei eine Tagträumerin und hätte zu viel Phantasie. Das war die erfolgreichste Rückmeldung in meiner gesamten schulischen Laufbahn.

Und da ich mich nur dann um die Wahrheit kümmere, wenn sie im Zusammenhang mit Gerechtigkeit steht, überlasse ich es nun der Leserschaft zu entscheiden, ob sie mir meinen Lebenslauf glauben will oder nicht:

Nachdem ich zur Primarlehrerin ausgebildet wurde, unterrichtete ich einige Jahre in der Nähe der ganz grossen Berge, die mich seit jeher in Bann zogen. Danach sehnte ich mich nach einer anderen Aussicht und anderen Geschichten und zog dahin, wo die Landschaft so flach ist, dass sich die Menschen von Bergen erzählen ohne zu wissen, ob es sie wirklich gibt.

In Belgien blieb ich genau so lange, wie meine Ausbildung an der Ecole de théâtre Lassaad dauerte. Da die Sehnsucht die kleine Schwester der grossen Geschichten ist, mochte ich doch lieber wieder dahin zurück gehen, wo die Quellen anfangen und die Geschichten ins Plätschern kommen.

Zurück in Bern arbeitete ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuhaus als Springerin, Sportlehrerin und Theaterpädagogin. In meiner Freizeit tourte ich mit der Compagnie Le Monelle durch die Berner Kleintheater und spielte am Buskers Bern die zwei Erzähltheater „Rigoberto“ und „Di blaue Strümpfli“.

Dann widmete ich meine Zeit für einige Jahre der Theaterpädagogik des Stadttheater Bern.

Gleichzeitig begann ich an der ODA Soziales Bern Überbetriebliche Kurse anzuleiten. Die Lernenden der Fachperson Betreuung Kind besuchen bei mir und anderen Leiterinnen einen Kurs zum Thema „Kreative Methoden“. Da erzähle ich unter anderem viel über das Erzählen von Geschichten, das Spielen und Zusammensein mit Kindern.

Ich hatte das Glück, Mutter von zwei neugierigen Jungen zu werden. Sie begleiten mich oft, wenn ich erzählen gehe, geben mir Tipps und Ratschläge.

Und da ich selten nur eine Sache auf einmal mache, hatte ich nebenher auch andere Aufgaben: Ich arbeitete als Berufscoach in der Stiftung Passaggio, machte Lernbegleitungen für Jugendliche über die Jugendanwaltschaft Bern, unterrichtete auf der Mittelstufe, bot verschiedene Kurse für Erwachsene an, holte mir deswegen in einer Weiterbildung das SVEB 1 und inszenierte Theater mit Kindern oder Jugendlichen in und um Bern (was ich auch jetzt immer mal wieder mache).